Der NABU Rhein-Erft ist mit über 4.000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in unserem Kreisgebiet. Wir verstehen uns als Anwälte für die Belange der Natur.
Tel. 030 – 284 984 – 6000
Montag bis Freitag: 9 bis 16 Uhr
Seit einigen Monaten hat sich das Netzwerk Naturschutzgebiet (NSG) Ententeich gebildet, das aus vielen Privatpersonen, aber auch Organisationen wie dem BUND, dem Landschaftsschutzverein Vorgebirge, dem NABU Rhein-Erft, dem Klimabündnis Brühl etc. besteht. Dieses engagiert sich für den Erhalt des Naturschutzgebietes Ententeich und hat die volle Unterstützung des NABU Rhein-Erft.
Zuletzt am 09.07.2026 gab es wieder eine vom Netzwerk organisierte und vom NABU unterstützte Demonstration. Dennoch wurden im zuständigen Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung die Aufstellungsbeschlüsse für die Änderungen des Flächennutzungsplans sowie für die Entwicklung eines Bebauungsplanes zur Erweiterung des Phantasialands in das Naturschutzgebiet gefasst.
Unser NABU-Vertreter Dr. Martin Wölfle fasst die aktuelle Situation hier zusammen.
Vor einigen Monaten wurde mit der Naturschutzbehörde des Rhein-Erft-Kreis und der Stadt Bedburg die Holzplattform im Naturschutzgebiet „ehemalige Klärbecken“ erneuert.
Die alte Aussichtsplattform wurde mit den Jahren immer wieder durch Vandalen beschädigt.
Etliche Vogelbeobachter und Naturliebhaber wünschten sich einen neuen Beobachtungspunkt mit Sitzgelegenheit. Die neue Holzplattform mit Bänken wurde ein beliebter Treffpunkt nicht nur für Naturbeobachter. Naturschutzberater Rolf Thiemann wurde von Markus Faust aus Glesch auf die erneute Vandalismusattake aufmerksam gemacht. Faust war begeistert über den Verweilort und nutzte ihn des öfteren mit seiner Familie bei seinen Spaziergängen entlang der Erft. Was er jetzt da sah machte ihn wütend.
Bei der Besichtigung vor Ort mit Dieter Brumpreuksch vom NABU Rhein Erft, Ortsgruppe Bedburg, war zu erkennen, dass die Sichtschutzwände massiv mit Farbe beschmiert wurden. Bierflaschen, Getränkedosen, und Müll lag überall herum. Die schweren Holzbänke wurden von ihrem Standort entfernt und vor die Plattform geworfen. Sogar die kiloschweren Betonfüße wurden beschmiert und entfernt. Dieter Brumpreksch ist fassungslos über so ein Verhalten im Naturschutzgebiet und extrem sauer über die gefundenen und gezündeten Feuerwerksknaller.
Thiemann fügt hinzu: „Zum Glück ist hier nichts in Flammen aufgegangen. Die Tiere während der Brut- und Fütterunszeit so zu stressen geht gar nicht und steht sogar unter Strafe.“
Der Naturtreff Bedburg erstattet Anzeige.
Bild und Text: Rolf Thiemann

Möwen werden in der Regel mit Urlaub an der Küste verbunden. Aber auch in Frechen hört und sieht man eine der größten Möwenkolonie in NRW, wenn man entlang des Gewerbegebiets Europark in Frechen unterwegs ist. Zu sehen sind die Herings-, die Lach- und die Sturmmöwen. Vor über 50 Jahren wurden die Möwen von einer Kaffeerösterei angelockt, wo sie reichlich weggeworfene Kaffeebohnenschalen und Fruchtfleisch als Nahrungsquelle vorfanden. Über 500 Möwenpaare fanden sich jedes Jahr in Frechen ein, um auf dem ehemaligen Kaufhof-Areal zu brüten.
Das Kaufhofgebäude wurde 2023 abgerissen. Man hoffte, dass die Möwen auf die umliegenden Dächern ausweichen würden. Aber die Möwen sind stur und sie lieben Frechen. So sah man sie während der Abbrucharbeiten auf Baggern und auf mobile Toiletten sitzen. Von dem Investor Logicor wurden zwar Ersatzhabitate angelegt, die aber nicht angenommen wurden.
Der NABU Rhein-Erft e.V. begleitet die Situation seit dem Abriss der Kaufhof-Zentrallagerhallen. Denn nach § 44 des Bundesnaturschutzgesetzes ist es verboten wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören. Eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich dadurch der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert. Außerdem ist es verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten, zu denen auch die Möwen in Frechen gehören, aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören.
Leider stellte der NABU durch intensive Beobachtungen eine reduzierte Möwenpopulation seit der Bauphase fest. Oft sah man nur noch 50 bis 100 Möwen. Das Gelände lag 2 Jahre brach und mittlerweile kann man durch den Zaun wieder eine große Schar Vögel auf dem Grundstück beobachten.
Der Presse ist zu entnehmen, dass am 1. Juli 2026 der Baustart erfolgen soll. Auch im Umfeld des fast 65.000 Quadratmeter großem Gelände ist sehr viel Veränderung. Rhenania Ost und West ist Baugebiet, auch der geplante Abriss des ehemaligen Just-Fit Gebäudes steht bevor. Die Situation ist für die Tiere sehr belastend, sie stehen ständig unter Stress.
Wünschenswert ist, dass Logicor wie in der Vergangenheit eng mit der Unteren Naturschutzbehörde und einer ökologischen Baubegleitung zusammenarbeitet. Der NABU fordert, dass die geplanten Neubauten, neben der geplanten Photovoltaik auf den Dächern auch Platz für die Möwen bietet um deren Artenbestand zu erhalten. Nur so kann ein Beitrag zum Fortbestand der Möwen und der Erhalt unserer Biodiversität geleistet werden.
Text: Ulla Koslowski-Demel, NABU Rhein-Erft Ortsgruppe Frechen
Bild: Benedikt Hillebrandt, NABU Rhein-Erft Ortsgruppe Kerpen
Am Samstagabend (20.06.) erlebten Naturfreunde am Heider Bergsee die Vielfalt der Fauna einer intensiv genutzten Freizeitlandschaft.
Dr. Michael Braun aus Brühl erklärte allen Besuchern in familienfreundlicher Sprache den Entwicklungszyklus von Käfern und anderen Insekten. In der Dämmerung sichtete die Gruppe fliegende und krabbelnde weibliche Hirschkäfer, und mehrere Balkenschröter im jungen Buchenwald am Seeufer. Gegen 23 Uhr flogen Zwergfledermäuse und zahlreiche Leuchtkäfer am Waldrand. Trotz optimalen Wetters blieb die dort heimische Wasserfledermaus aus.
Vielen Dank an Michael Braun und seine Familie für einen spannenden Mittsommerabend!
Heute waren einige Mitglieder der Ortsgruppe Pulheim zu Besuch in der Geschäftsstelle des NABU Rhein-Erft im Friesheimer Busch in Erftstadt. Nach einem Rundgang durch den Schaf- und Ziegenstall, das Büro, die NAJU-Hütte und das Gelände des Umweltzentrums gab es eine kräftige Stärkung und gute Gespräche mit dem Vorstand und Mitgliedern der Landschaftspflegestation.
Anschließend startete die Führung durch das Naturschutzgebiet im ehemaligen Munitionsdepot der belgischen Armee.
Vielen Dank für Euren Besuch!