OG Erftstadt

 

Gisela Wartenberg

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Heimatpreis Stadt Erftstadt

Bürgermeisterin Carolin Weitzel übergab den Heimatpreis an Andreas Helfmeyer und Horst Hennchen. (v.l.) (Quelle Stadt Erftstadt)
Bürgermeisterin Carolin Weitzel übergab den Heimatpreis an Andreas Helfmeyer und Horst Hennchen. (v.l.) (Quelle Stadt Erftstadt)

Der NABU Rhein-Erft e. V. ist der größte Naturschutzverband im Kreisgebiet und wurde mit dem zweiten Platz des Heimat-Preises für sein herausragendes Engagement in Erftstadt ausgezeichnet.

„Der NABU versteht sich als Anwalt für die Belange der Natur besonders hier im Rhein-Erft-Kreis und stellt uns seine Fachkompetenz zur Verfügung“, bedankte sich die Bürgermeisterin Carolin Weitzel.

 

Die große Artenvielfalt der Flora und Fauna im Naturschutzgebiet Ehemaliges Munitionsdepot Friesheimer Busch machen es zu einem der wertvollsten Schutzgebiete in der Umgebung. Zum Erhalt und der Entwicklung der 40 Hektar Streuobstwiesen, Heiden, Trockenrasen, Nasswiesen und Orchideenwiesen werden unzählige Stunden ehrenamtlich geleistet. Mit hohem ehrenamtlichem Engagement werden die betreuten Flächen verwaltet und pragmatische Pflegekonzepte erarbeitet.

Text: Gisela Wartenberg (2025)


Tomaten – eingefangene Sommersonne

Da ist was dran! Kälte mag die Tomate gar nicht, schon gar keinen Frost, und sie braucht viel Licht. Ihre Heimat ist Mittelamerika. Von dort kam sie nach Europa, so wie auch die Kartoffel. Beide sind Nachtschattengewächse. Aber während bei der Kartoffel nur die Wurzelknollen essbar sind und die Blätter und eigentlichen Früchte giftig sind, trifft das bei der Tomate nur für die Blätter und die unreifen Früchte zu.

 

Die reife Frucht dagegen ist aus der heutigen Küche nicht wegzudenken. In jedem Supermarkt ist sie heute ganzjährig erhältlich, in der Regel Gewächshausware.

 

Trotzdem gibt es immer noch Menschen, die sich die Mühe machen, Tomaten selbst anzubauen, so auch wir im NABUnten Garten im Umweltzentrum Friesheimer Busch.

Die Vorbereitung dafür beginnt schon im Sommer des Vorjahres, wenn von vollreifen Früchten Samen gewonnen werden. Das klappt nicht bei allen Sorten. Neuere Hybriden und solche, die fremd bestäubt werden, sind dafür nicht geeignet. Da kauft man besser zertifiziertes Saatgut. In den vergangenen Jahren habe ich es bei vielen Sorten ausprobiert.

 

Ende Februar dann die Aussaat. Von jeder Sorte platziere ich mindestens 10 Samenkörner mit fingerbreitem Abstand in den Anzuchttopf. Dieser Abstand verhindert, dass beim „Pikieren“ die zarten Wurzeln beschädigt werden. Nach 6 bis 8 Wochen, sobald das erste echte Blattpaar ausgebildet ist, werden die Pflänzchen in Töpfe vereinzelt.

 

Diese letzte Phase der Anzucht ist für mich immer eine Herausforderung. Bei 15 bis 20 Sorten und mindestens 10 Pflanzen pro Sorte kommen schnell mal 300 bis 400 Pflanzen zusammen, wenn alle Samen gekeimt sind. Im Frühbeet und im Gewächshaus im NABUnten Garten wachsen sie heran bis zu den „Eisheiligen“ Mitte Mai. Danach können sie ins Freiland gepflanzt werden, sofern die Sorte freilandgeeignet ist. Beim Pflanzenbasar zum Tag der Offenen Tür im Umweltzentrum geben wir überzählige Pflanzen ab. Selbst brauchen wir pro Sorte nur 4 bis 6 Pflanzen.

 

Ab Mitte Juli beginnt die Ernte und dauert an bis in den Oktober. Dann bietet sich den Besuchern ein abwechslungsreiches Bild, denn Tomaten sind nur im Sprichwort immer rot. Schon das Rot hat viele Abstufungen. Es gibt gelbe, braune, fast weiße, grüngelbe, gestreifte und sogar lackschwarze, die aber erst genießbar sind, wenn ihre Spitze leuchtend rot wird. Auch Größe und Form variieren. Robuste Wildtomaten tragen unzählige kirschgroße Früchte (Naschtomaten). Cocktailtomaten sind etwas größer, aber auch reich tragend. Die Salattomate ist der Standard. Und dann gibt es noch die Fleischtomaten, von denen manche knapp ein Kilo Gewicht erreichen. Letztendlich unterscheiden sie sich auch noch in den Formen. Neben den klassischen runden gibt es ovale, birnenförmige, gerippte und walzenförmige. Und keine schmeckt wie die andere! Besonders Freilandtomaten sind sehr aromatisch. Für das Team im NABUnten Garten gibt es nun Tomaten „satt“. In Workshops und bei Führungen kann probiert werden.

 

Überschüsse lassen sich konservieren bzw. einfrieren für den Winter, und selbst die letzten grünen Tomaten lassen sich noch verwerten: Entweder auf der warmen Fensterbank nachreifen lassen oder aber „Tomatenmarmelade“ kochen. Beim Kochen zersetzt sich das Gift der grünen Tomate.

Hier ein Rezept:

1 Teil (500 g) grünes Tomatenmark

1 Teil (500 g) Apfelmus ohne Zucker

2 Teile (1000 g) Gelierzucker 1:1

 

nach Vorschrift vier Minuten sprudelnd kochen und sofort in Gläser füllen. Erinnert im Geschmack an Maracuja.

Text: Gisela Wartenberg (2025)